Claus Spechtl

Aktualisiert: Feb 25



Gitarrist/Pädagoge/Wien, Homepage

Claus Spechtl kocht:


Maurerforelle


und Beamtenforelle sind ein und dasselbe. Es handelt sich um eine mit Zwiebel und Gewürzen gefüllte Knackwurst (in Wien - Gnackwurscht, in Hochdeutsch - Genickwurst). Ursprünglich war sie im alten Wien allerdings ein Salzstangerl. Um auf die bescheidenen Einkünfte der Beamten hinzuweisen, nannte man das Gebäck im alten Wien (vielleicht auch schon früher, im ganz alten Wien) Beamtenforelle. Nach dem zweiten Weltkrieg machte Bundeskanzler Julius Raab die Knacker salonfähig, indem er den Begriff entlieh. Seine Lieblingsspeise, auf die er angeblich keinen Tag verzichtete, brachte dem Katholiken allerdings Ärger mit der Kirche ein, da ihn nicht einmal der Freitag vom Verzehr abhielt. Raab soll gesagt haben: "Knackwurst gilt nicht als Fleisch, die gilt als Mehlspeis´" , und nannte sie fortan Beamtenforelle, denn Fisch war für die Kirche sakrosankt. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, sei dahingestellt. Dass die Oberösterreichischen Bauarbeiter sich die Wiener Beamtenforelle krallten und in Maurerforelle umbenannten, ist aber Fakt und hat den praktischen Grund, dass sie bei jedem Greissler erhältlich war und kalt gegessen werden konnte. Auf Baustellen gab es keine Kochgelegenheiten und die Pausen waren kurz. Soweit der geschichtliche Ausflug. Eine Renaissance erlebt die Maurerforelle derzeit in der Coronakrise, aus denselben praktischen Gründen. Kalt, billig, schnell und bekämpft Hunger, da der Lieblingswirt downgelockt oder gelockdowned ist.

2 Knackwürste (original Schwein, oder Pute)

2 mittlere Zwiebel (rot oder weiß)

Estragon Senf

Paprikapulver edelsüß



Die Knackwurst wird enthäutet und der Länge nach durchgeschnitten.

Zwiebel in dünne Ringe schneiden, auf eine Wursthälfte auflegen und mit Paprikapulver bestreuen. Mit Senf garnieren und die zweite Wursthälfte wieder so darauflegen, dass die Enden parallel zueinander stehen.

Dazu passt frisches Gebäck, am besten die ehemalige Beamtenforelle - das Salzstangerl.

Claus Spechtl empfiehlt dazu -

- pro Person!



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